Archiv Weikendorf

Franz Mair

Franz Mair

Lehrer, Komponist und Chorleiter

Franz Mair wurde am 15. März 1821 in Weikendorf geboren, wo sein Vater Jakob Mayr Schullehrer war. Seine Mutter Josefa, geb. Arnold verlor er in seinem 9. Lebensjahr.

Er kam nun nach Etsdorf/Kamp zu seinem Onkel Kaspar Mair, Schulmann und Organist. Hier bekam er Unterricht in Musik und begann auch bereits zu komponieren. In seinem 12. Lebensjahr hatte er bereits 36 „Tantum ergo“ geschrieben.

Nach Absolvierung seiner Lehrerausbildung nahm er die Stelle eines Hofmeisters (Hauslehrer) an. In dieser Zeit entstanden Lieder und Messen.

Im 20.igsten Lebensjahr unternahm er eine Italienreise: Triest, Venedig, Padua, Vicenza, Verona, Brescia, Bergamo bis Mailand (Scala).

In der freien Zeit studierte er Pädagogik und legte die Hauptschullehrerprüfung ab. In Künstlerkreisen war er sehr bekannt und beliebt und sollte die Stelle als Kapellmeister des Leopoldstädter Theaters antreten.

Sein Vater erkrankte und so sah er sich genötigt die Stelle eines Dorfschulgehilfen in Weikendorf anzutreten (1843-1852). Durch 9 Jahre versah er den Schuldienst für seinen Vater. Er hielt populäre Vorträge über Geografie und Geschichte und unterrichtete in Musik. Bald war die Weikendorfer Chormusik in der ganzen Gegend bekannt. Franz Mair sollte seinem Vater im Schuldienst nachfolgen, doch ein Gedicht „Lehrerleid“ zog ihm den Unwillen seiner Vorgesetzten zu. Er galt als „Freigeist“ und nach dem Tod des Vaters 1852 musste er Weikendorf verlassen und ging wieder nach Wien.

Da er zu Ende der 50-er Jahre an der Spitze der Lehrerbewegung stand, war ihm vorerst die die Stelle eines Schulleiters verwehrt. Nach längeren Versuchen gelang es ihm die Erlaubnis zu erwirken, dass sich die Lehrer zu geselligen Zusammenkünften vereinigen durften. Es kam dank der Mithilfe von Franz Mair zur Gründung des ersten Wr. Lehrervereins „Die Volksschule“. Danach wandte er sich wieder mehr der Musik zu und bekleidete die Stelle eines Chormeisters im „Wr. Männergesangsverein“. Nach dem Ausscheiden aus dem „Wiener Männergesangsvereins“ gründete er 1863 den Lehrersängerchor „Schubertbund“, dessen Chorleiter er bis 1890 war.

Er komponierte Opern, Musik zu Theaterstücken, Operetten und Lieder. Er war Bundeschormeister des N.Ö. Sängerbundes und erster musikalischer Leiter der Gesangsvereine Wiens.

Mair hat sich als Dirigent großer Massen bewährt .So auch am 27. April 1879 bei der Jubelfeier des Kaiserpaares, wo sich der Kaiser huldvoll persönlich bei Mair für die Darbietungen der Sänger bedankte.

1866 wurde Mair Oberlehrer in Favoriten, dann in der Ungargasse, letztlich in der Rochusgasse.

1869 war Mair als Abgesandter beim deutschen Lehrertag in Berlin.

1869 bis 1874 war er Bezirksschulinspektor.

Mair betätigte sich auch als Schriftsteller. Neben anderen Lehrbüchern verfasste er auch eine Literaturgeschichte und eine Mythologie. Lange Zeit war er auch Mitarbeiter der Zeitschrift „Volksschule“.

Mair war Ehrenmitglied bei unzähligen Gesangsvereinen.

Am12. März 1884 wird Franz Mair im Sophiensaal im Rahmen einer Jubelfeier geehrt. Mair ist da bereits 40 Jahre im Schuldienst und seit 25 Jahren Chorleiter. Sein Wirken ist anerkannt und er wird hochgeschätzt.

Franz Mair stirbt am 30. November 1893 in Wien. Ehrengrab am Wiener Zentralfriedhof

Am 7. Oktober 1894 kommt der Schubertbund nach Weikendorf und bringt an der Volksschule eine Gedenktafel an:

Am 25. Juni 1911 wird eine Franz Mair Büste (geschaffen von der Bildhauerin Juliane Jaksch, Gattin des Vorstandes des Schubertbundes, Josef Jaksch) im Rahmen einer Fahnenweihe und unter Teilnahme des Schubertbundes und vieler anderer Chöre feierlich enthüllt und an den Weikendorfer MGV „Frohsinn“ übergeben, der sich von nun an (M)GV „Franz Mair-Bund“ Weikendorf nannte.

 

Quellen:
Wikipedia
Festblatt zur Jubelfeier 1884
Dr. Leopold Gartner „900 Jahre Weikendorf“ S31/32
Wiener Schubertbund
Archiv Weikendorf

 

 

Sonntag, 7. Oktober 1894

Enthüllung der Gedenktafel am Schulhaus

Der Schubertbund war mit 170 (160) Mann nach Weikendorf gekommen

Chormeister Kirchl und Schmid; Vorstand Fetzmann und Janetschek
Oberlehrer Mateicek, Bgm. Ignaz Zimmermann
Hochamt in der Pfarrkirche: Pfarrer P. Philibert Spohn

 

 

Sonntag, 25. Juni 1911

Enthüllung der Büste vor dem Schulhaus

Der Schubertbund im Geburtsort Franz Mairs

Fahnenweihefest des Gesangvereins „Frohsinn“
Umbenennung in „Franz Mair-Bund“
Der Schubertbund überbringt Büste seines Gründers, geschaffen von Frau Juliane Jaksch
Ansprache von Vorstand Janisch
Nach der Enthüllung sang der Schubertbund Mairs „Suomis Sang“
Am Nachmittag Festkonzerte (16 Vereine anwesend)
Mehrere Chöre vom Schubertbund vorgetragen
Vorstand Jaksch hielt Rede

 

 

Sonntag, 21. September 2014

Enthüllung des Denkmals vor dem Schulhaus

Im Rahmen des Erntedankfestes
auf Initiative vom ARCHIV WEIKENDORF

Der Wiener Schubertbund kommt mit Vorstand Dr. Wolfgang Schuster

Pfarrer Mag. Christoph Pelczar, Bgm. Ing. Johann Zimmermann
Festakt vor der Volksschule
Einführung Bgm. Ing. Johann Zimmermann
Musikalischer Beitrag der Volksschule
Enthüllung der Büste
Segnung durch Pfarrer Christoph
Liedvortrag Chor des Schubertbundes
Ansprache Dr. Wolfgang Schuster
Chor des Schubertbundes
1.Weikendorfer Musikverein
Musikalische Gestaltung des Festgottesdienstes in der Pfarrkirche

Deutsche Messe von Franz Schubert

 

Erntedankfest der Pfarre im Arkadenhof des Pfarrschlosses
Ausstellung und Lesung im Pfarrsaal

 

Das auf Initiative vom „Archiv Weikendorf“ errichtete Denkmal für Franz Mair vor der Volksschule in Weikendorf:
Enthüllung des Denkmals mit der Büste am Sonntag, 21. September 2014.
Der Bronzeguss wurde von der Kunstgiesserei Loderer in Feldbach (Stmk.) nach der Gipsbüste von Juliane Jaksch aus dem Jahr 1911 im Wachsausschmelzverfahren hergestellt.

 

Daten und Infos zum Denkmal für Franz Mair

Idee, Gestaltung und Abwicklung DI Robert Hanel mit tatkräftiger Unterstützung des Teams vom Archiv Weikendorf
Fundament Eigenleistung
Überstellung der Büste DI Wolfgang Kwasnitschka
Anlieferung der Gipsbüste nach Feldbach am 27.5.
Patinierung der Bronzebüste am 20.8. und
Heimtransport der beiden Büsten und der Gipsnegativform nach Weikendorf ins Archiv

 

Stele aus Hartberger Granit 35/27/145 cm gesägt, sandgestrahlt
Zufuhr und Montage mit Niro-Zapfen
Schriftplatte Niro 3mm geschliffen und gebürstet
Text Arial gelasert
Zusatzplatte mit QR-Code
Steinmetz Thornton KG
, Laa/Thaya

 

Die Bronzebüste als Abguss der von der Bildhauerin Juliane Jaksch 1911 geschaffenen Gipsbüste wurde in der Kunstgießerei Loderer 2014 in Feldbach, Stmk. hergestellt.

Die Kosten für Bronzeguss und Granit-Stele trägt die Marktgemeinde